Mozart in Venedig

Mozart besuchte Venedig mit seinem Vater im Februar und März 1771. Sein tatsächlicher Aufenthaltsort war jedoch bis vor Kurzem ein Geheimnis.  In seinen Briefen beschrieb Mozart selbst die Unterkünfte: Venezia/ Allogiato Rio San Fantin al Ponte di Barcaroli/ in casa Cavalleti (Venedig, gewohnt am Kanal San Fantin bei der Barcaroli-Brücke im Haus Cavalletti).  In den öffentlichen, von der Kirche geführten Registern war jedoch im 18. Jh. keine Familie Cavalletti in Venedig verzeichnet.

In den 1990er-Jahren betrieb Professor Paolo Cattelan, ein Musikwissenschaftler an Venedigs Universität CaFoscari detaillierte Recherchen bezüglich Mozarts genauen Aufenthaltsorts und schloss, dass dieser in der Ca‘ Falletti gewohnt hatte (Ca‘ ist im venezianischen Dialekt die Kurzform für „Casa“, dt. Haus), genauer gesagt im Palazzo Molin in der Calle del Cuoridoro, wo Angelo Ceseletti, ein Cuoridoro-Kunsthandwerker (Ledermaler), im Erdgeschoss und Conte Falletti in den oberen Stockwerken wohnten. Mozart schrieb anstatt Ca‘ Falletti fälschlicherweise Cavalletti, denn „V“ wird im Deutschen wie „F“ ausgesprochen.

Der berüchtigte Conte Francesco Falletti ist heute nunmehr vergessen, war aber im 18. Jh. wohlbekannt. Er kam aus dem Piemont und gehörte zur dem Niedergang geweihten Aristokratie der Republik Venedig. 1752 wurde er wegen sexueller Freizügigkeit und Blasphemie zum Tod verurteilt.  Sein Haus wurde entsprechend noch als Ca‘ Falletti bezeichnet, als Mozart sich 1771 dort aufhielt. Mozart wählte diesen Aufenthaltsort, da er sich in der Nähe der Stadttheater befand, von denen das berühmteste das Teatro San Benedetto war, das 1792 in La Fenice umbenannt wurde.

Geschichten aus dem wahren Leben beeinflussten das Werk des jungen Mozarts, und Professor Cattelan vermutete, dass Conte Falletti Mozart als Inspirationsquelle für seinen Don Giovanni diente, da zwischen der fiktiven und der echten Persönlichkeit zahlreiche Ähnlichkeiten zu verzeichnen sind – nicht nur was den Lebensstil betrifft, sondern auch die Einstellung gegenüber der Obrigkeit.

Eine Inschrift an der Casa Ceselletti in Venedig in der Nähe der Barcaroli-Brücke besagt, dass Mozart sich dort aufgehalten hatte, aber Professor Cattelan zufolge befindet sich diese Inschrift an der falschen Stelle.

Professor Paolo Cattelan veröffentlichte ein Buch über seine Recherchen – „Mozart. Un mese a Venezia“ (dt. Mozart, ein Monat in Venedig) –, und über seine Ergebnisse wurden zahlreiche Artikel veröffentlicht, u. a. ein Artikel in The Times vom 5. Dezember 1998.

Architektonische Hinweise...

Mozart. Un mesa a VeneziaAus: Paolo Cattelan, „Mozart. Un mese a Venezia“, herausgegeben von Marsilio

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